Literarisches Bingo

Das Spiel Bingo lässt sich vielseitig im Unterricht einsetzen. In leicht abgewandelter Form kann es auch im Literaturunterricht zum Einsatz kommen. Durch das Spiel lassen sich z.B. Personencharakterisierungen wiederholen. 

Dies soll an einem Beispiel zur derzeitigen Pflichtlektüre im E-Kurs "Los tiempos oscuros" des chilenischen Autors Jorge Díaz gezeigt werden. Das Theaterstück setzt sich aus vier Testimonios zusammen und thematisiert das Leben von vier Protagonisten in Zeiten der Diktatur. Die Aufgabe in dem Spiel besteht darin, Informationen den entsprechenden Protagonisten zuzuordnen.

Jeder Schüler erhält dieselbe Spielkarte. 

Nun liest die Lehrperson einzelne Charakterisierungsmerkmale zu den Protganisten vor (s. Liste). Die Schüler müssen nun die Informationen dem entsprechenden Protagonisten zuordnen, indem sie das entsprechende Feld markieren und ein Schlüsselwort notieren, um später die Angaben belegen zu können. Das Spiel endet, wenn der erste Schüler vier Merkmale zu einem Protagonisten korrekt erkannt hat. 

Hat der erste Schüler "Bingo" gerufen, belegt er aufgrund seiner Notizen die Korrektheit seiner Markierungen. Die anderen Schüler überprüfen, ob alle Erläuterungen akzeptiert werden können. Somit wird nicht nur das Text- und Hörverständnis überprüft sondern auch die mündliche Sprachproduktion gefördert. Sind die Angaben korrekt, kann man evtl. einen kleinen Preis (Schokoriegel, Gummibärchen…) vergeben.

Durch die Vorgabe der Spielkarte müssten eigentlich alle gleichzeitig "Bingo" rufen. Es geht jedoch darum, dass schnell reagiert wird. Der erste bzw. die ersten, die Bingo rufen, haben gewonnen. Man sollte jedoch mehr Elemente auswählen als nötig sind, um eine Zeile zu füllen, falls nicht alle Informationen korrekt verstanden und zugeordnet wurden. Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, kann man in die Charakterisierungen auch Informationen integrieren, die keinem Protagonisten sondern anderen Figuren des literarischen Textes zuzuordnen sind.

MHL 2015